Chronik


1893 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr "Dorf Aggsbach''. Der Vereinskataster der k.k. Statthalterei führt das Gründungsdatum 5. September 1893 an. ("Nichtuntersagung des Vereins FF Aggsbach") Die Feuerwehren galten damals (übrigens bis ins Jahr 1969) als Vereine. Dank zahlreicher Spenden der Bevölkerung sowie der unterstützenden Mitglieder kann bereits im Gründungsjahr (08.11.1893) eine Wagenspritze samt Ausrüstung angeschafft werden. Weiters kann noch im Gründungsjahr mit dem Bau des "Spritzenhauses" begonnen werden. (Zwischen den Häusern Hofbauer und Miedler)

1900 Mit 1. Mai 1900 wird im Inventarbuch der "FF Dorf Aggsbach" der Ankauf eines Hydrophors (Bild) samt dazugehöriger Schläuche und Ausrüstungsgegenstände datiert. Bereits im Jahr 1905 soll ein Großbrand gewütet haben, zu dem erstmalig auch andere Feuerwehren zu Hilfe gerufen wurden. Dies war in jener Zeit nicht selbstverständlich. Aussprüche wie "Das ist unser Feuer!" waren bekannt.

Mannschaftsbild 1911
Mannschaftsbild 1911

 

1911 Aus einem Protokoll vom 12.03.1911 wird der Schwerpunkt der damaligen Feuerwehrübungen ersichtlich. Da noch sehr wenige technische Hilfsmittel zur Verfügung stehen, werden vorwiegend Exerzier- und Ordnungsübungen durchgeführt. Öfteres Nichterscheinen bei solchen Übungen wird mit dem Ausschluss geahndet.

1913 Zum ersten Mal in ihrer Geschichte wird die Wehr am 28.05.1911 durch den Bezirksfeuerwehrverband Melk inspiziert. Am 23.07.1911 wird zur Verbesserung der finanziellen Lage ein Gartenkonzert mit Tanzkränzchen abgehalten.

 

1914 Mit 22 Männern ist unsere Feuerwehr bei einem Großbrand in Oberarnsdorf aktiv, bei dem 26 Häuser gänzlich zerstört werden. In diesem Jahr findet auch der erste Feuerwehrball statt.

 

1915 In diesem Jahr wird beschlossen, aufgrund des Krieges von einer Jahreshauptversammlung Abstand zu nehmen.

Weiters wurde beschlossen, dass für die im Feld stehenden Kameraden der diesjährige Beitrag an die Unterstützungsklasse und an den Musikfonds zu bezahlen sei.

 

1918 Große Probleme macht die desolate Ausrüstung. Zahlreiche Mitglieder erklären sich bereit, kostenlos an der Wiederinstandsetzung der Geräte zu arbeiten. Die Wehr kann auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken.

 

1920 Am 8. September gibt es den ersten Donauhochwassereinsatz.

 

1923 10 neue Mitglieder werden aufgenommen. Eine Sammlung wird für die Finanzierung der Holme durchgeführt.

Für 6 Mitglieder wird Blusenstoff gekauft, den Schneiderlohn hat der Empfänger zu bezahlen. Die Bluse bleibt Eigentum der Wehr.

 

1925 Der Mitgliedsbeitrag wird auf 10.000 Kronen festgelegt. Unsere Wehr rückt zu einem Waldbrand nach Grimsing, am anderen Donauufer aus.

 

1929 Am 1. April wird der "Feuerwehrfiliale" Wolfstein ein Geldbetrag von 1000 Schilling zum Bau eines neuen Spritzenhauses zugewiesen. In diesem Jahr kommt es auch zu einem mächtigen Eisstoß auf der Donau.

 

Aus dem Übungsprotokoll des Jahres 1929:

"Die Übung hatte kaum begonnen, wurde die Feuerwehr alarmiert, Brandobjekt war das Wirtschaftsgebäude des Herrn Hollnsteiner. Sofort wurde die neue Spritze herausgerissen und im Laufschritt gings zum Brandplatz. Die Spritze war im Nu in Funktion und gestaltet sich alles zur Zufriedenheit unseres Hauptmannes. Nachher wurden Exerzierübungen vorgenommen."

 

1931 Rauchfangfeuer im Haus Sprintzl in Aggstein, Waldbrand auf der Langwiese, Brand des Wirtschaftsgebäudes Weber in Häusling, Hausbrand bei Michael Berger.

 

1933 findet am 16. Juli das 40-jährige Gründungsfest mit Motorspritzenweihe statt.

 

1938 Erstmals besucht ein Mitglied unserer Wehr einen FF-Kurs. Anton Kitzwögerer fährt zum Mannschaftsführerkurs in Wr. Neustadt. Bei diesem Kurs werden neue Richtlinen für die Schlauchlegung sowie die Verhaltensweise des FF-Mannes im Einsatzfall gelehrt.

 

1940 Die FF-Männer werden durch den Bürgermeister vereidigt, sich in ihren Dienst "stramm und pflichtbewusst" zu verhalten. Statt der Bezeichnung "Hauptmann" wird "Wehrführer" verwendet.

 

1942 Einsatz bei einem Brand im Sägewerk Schelberger, Wolfstein.

 

Aus dem Protokoll (original zitiert):

"Die Feuerwehr wurde mitelst Motorrad verständigt, dass das Sägewerk in Wolfstein im Brand stehe, indem der Hornist im Krankenstand war und ziemlich viel Schnee lag ging die Alarmierung langsam, sodass die Feuerwehr von Melk schon im größten Teil logalisirt hatte."

 

1943 Trotz Kriegszustand kann eine weitere Motorspritze (Fischer-Gärlich) angeschafft werden. Sie wird in der "Filiale" Wolfstein stationiert.

 

1949 Unter Mitwirkung einiger Feuerwehrmänner findet in der Kartause eine Theateraufführung unter der Regie von Anton Klon statt. Mannschaftsstand 30 Aktive, 6 Reservisten.

 

1951 Einige Kameraden erhalten im Beisein von 6 Nachbarfeuerwehren und BH Dr. Schmidt Ehrenzeichen. Beim Brand des Wohnhauses Krompass fängt das Spritzentransportauto von Herrn Lechner selbst Feuer. In der Folge muss die Spritze mit einem Handwagen transportiert werden. Erstmals nimmt die FF an kirchlichen Feierlichkeiten teil.

 

1954 Beim Donauhochwasser im Juli ist die Wehr im Dauereinsatz. Gebäude werden ausgeräumt, Keller ausgepumpt. Die FF Häusling, Kicking und Gansbach helfen.

 

1956 Mit der Musikkapelle Schönbühel-Gerolding wird vertraglich festgelegt, als Vereinsmusik zu fungieren. In diesem Jahr besuchen einige Kameraden auch die neue Feuerwehrschule in Tulln.

 

1958 wird festgelegt, Übungen nur noch an Samstagen durchzuführen.

 

1959 Erster technischer Einsatz: Ein leckgefahrenes Donauschiff wird mit drei Motorspritzen ausgepumpt.

 

1962 wird eine Sirene mit einer Reichweite von vier Kilometer um 5900 Schilling angekauft.

 

1964 Am 3. Mai beteiligen sich insgesamt 166 FF-Männer aus Gerolding, Häusling, Gansbach, Kicking und Aggsbach an der Florianiwallfahrt nach Maria Langegg.

Am 5. Juli wird anlässlich des 70-jährigen Gründungsfestes der Bezirksfeuerwehrtag in Aggsbach abgehalten.

 

1966 Brand des Kirchturmes in Maria Langegg.

 

1968 wird von der FF Weyersdorf ein gebrauchter Mannschafts- und Gerätewagen gekauft.

Am 21. November wird unsere Wehr durch den Ankauf eines KLF Ford Transit motorisiert.

 

1970 Die Feuerwehrvereine werden aufgelöst und zu "Körperschaften Öffentlichen Rechts" umfunktioniert. Für den finanziellen Aufwand wird die Gemeinde verpflichtet. Die "Filealen" werden abgeschafft.

 

1971 Ankauf von 50m "B-"und 40m "C-Schläuchen". Ankauf einer "VW 75 Tragkraftspritze".

 

1972 9 Männer besuchen einen Sanitätskurs. Anlässlich der Eröffnung des Freibades am 1. Juni findet auch die Einweihung des KLF und der VW-Spritze durch Pfarrer Völker statt.

Erstmals findet auch in der Gemeinde eine Feuerbeschau statt.

Stand der Wehr: 33 Aktive und 8 Reservisten.

 

1973 wird erstmals ein Kellerfest mit Heurigen veranstaltet. Ankauf von 5 Overalls, 5 "Feuerpatschen" und 100m B-Schläuchen.

 

1975 Am 2. Juli stehen 33 Männer im Hochwassereinsatz. Beginn mit dem Feuerwehrhaus-Neubau in Wolfstein.

1976 Am 21.08. wird Katastrophenalarm gegeben: Ein Reiseautobus stürzt in die Donau. 79 Mann stehen - unterstützt von einem Bundesheer-Kranwagen - im Einsatz. Bilanz: 8 Tote, 44 Verletzte. In der allgemeinen Hektik muss auch noch ein Rettungswagen aus dem Aggsbach geborgen werden.

 

1979 wird ein Fahrzeugfunkgerät angekauft.

 

1981 werden erstmals im Abschnitt Melk Funkübungen abgehalten. Ein von der Wehr geplantes Preisschnapsen muss wegen der Maul- und Klauenseuche abgesagt werden. 68 Männer stehen 1077 Stunden im Hochwassereinsatz.

 

1982 Die erste Ausfahrt mit der neuen Motorzille erfolgt.

 

1985 Sturmschaden, Donauhochwasser, ...

 

1987 Am 29.08. wird das im Jahr 1969 erbaute Gerätehaus zwecks Abbruch geräumt. Am 21.09. wird mit dem Bau des neuen Hauses begonnen.

 

1988 Die FF Schönbühel feiert ihr 100-jähriges Gründungsfest. 20 Kameraden beteiligen sich.

 

1990 Bis jetzt wurden 1500 Stunden Eigenleistung für den FF-Neubau aufgebracht.

 

1991 Anfang August: Hochwasseralarm mit 106 Mann und 1529 Stunden im Einsatz. Am 23.12. erneuter Alarm.

 

1992 Mit einem Kostenaufwand von zwei Mill. Schilling werden ein Tanklöschfahrzeug 1000 mit Funk- und Atemschutzgeräten, eine Tauchpumpe und zwei verleimte Zillen angeschafft. Die Gemeinde steuert einen großen finanziellen Beitrag dazu bei, die Bevölkerung von Aggsbach, Aggstein und Wolfstein bringt 120.000,- Schilling an Spenden auf.